Gemischte Gefühle und leere Hände

Floorball Mainz unterliegt Floorball Butzbach nach hartem Kampf. Dabei helfen Ailaike, Optiker am Dom und die Mainzer Stadtwerke AG.
Woock (#68) hat nur Augen für den Ball
Floorball Mainz besiegt sich in hochdramatischem Spiel gegen Florball Butzbach selbst
Zu selten durften Burghof (#28), Schneider (#77) und Trippler (#17) jubeln

Am vergangenen Sonntag fand der letzte Heimspieltag der aktuell laufenden Regionalligasaison für die Mainzer Floorballer an. Die Marschroute war klar. Aus den zwei Spielen gegen die TSG Erlensee und Floorball Butzbach sollten 6 Punkte das Team von Trainer Cornelius Burghof aus dem Tabellenkeller hieven und eine realistische Chance auf die Playoffteilnahme erhalten. Doch leider kam es anders als geplant.

 

Noch nicht ganz wach

 

Mit zwei Blöcken plus Rotationsspielern startete man in das Spiel gegen neun Erlenseer. Die Ansage des Trainerteams war, sich mit konzentrierter Defensivarbeit und kontrollierter Offensive die konterstarken Erlenseer zu bekämpfen und die drei Punkte am Rhein zu behalten. Doch schon nach weniger als zwei Minuten Spielzeit musste Sebastian Zender zum ersten Mal den Ball aus dem Mainzer Tornetz holen. Auch in der Folge gelang es nicht, das Spiel an sich zu reißen und so war es der aktuelle Topscorer Benjamin Rudin, der zur der Mitte des ersten Drittels einen Konter zum 0:2 abschließen konnte. Mit diesem Rückstand und einer gehörigen Portion Enttäuschung über die eigene Leistung ging es in die Kabine.

Dass die deutliche Ansprache des Trainers nicht bei jedem ankam, zeigte sich auch im zweiten Drittel. Innerhalb weniger Minuten konnte sich Patrick Trageser im Trikot der Erlenseer zweimal in die Torschützenliste eintragen. Erst nach insgesamt 22 gespielten Minuten konnte Reto Hediger die Mainzer mit einem Schuss von der Mittellinie vor gänzlicher Torlosigkeit bewahren. Noch vor der erneuten Drittelpause konnte Kristian Schneider nach einer Vorlage durch Wanja Woock das 2:4 erzielen. Es passt jedoch zu der unkonzentrierten Mainzer Leistung in diesem Spiel, dass in der letzten Sekunde des Drittels der jüngste Spross aus der Erlenseer Floorballfamilie Dominik Rudin den Mainzern einen erneuten Nackenschlag verpassen konnte.

Schon dreißig Sekunden nach Wiederanpfiff konnte das traditionell in schwarz und weiß gekleidete Team aus Mainz den erneuten Anschluss durch ein Eigentor bejubeln. In der darauffolgenden Phase fehlte beiden Teams der Rhythmus, es kam zu kleinen Nickligkeiten und Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Dies gipfelte in der Penaltyentscheidung aufgrund eines Stockschlags durch Mathias Lenzen, der Benjamin Rudin eine klare Torchance versagte. Dieser trat auch an und scheiterte, wie schon im Testspiel im Januar, diesmal jedoch am hervorragenden Mainzer Keeper Sebastian Zender, der sein Team mit immer wieder großartigen Paraden vor einer höheren Niederlage bewahren konnte. In der anschließenden Überzahl konnte Rudin seinen verschossenen Penalty jedoch vergessen machen, indem er das 3:6 für Erlensee erzielte. Fünf Minuten vor Schluss konnte das Team aus dem hessischen Südosten das 3:7 erzielen. Lediglich Wanja Woocks Schuss fand in diesem Drittel noch den Schuss ins Erlenseer Tor, die eine Minute vor dem Abfiff davon profitierten, dass die Mainzer den Keeper durch einen sechsten Feldspieler ersetzt hatten. Der Endstand des Spiels war also 4:8 aus Mainzer Sicht und die Erwartung einer klaren Leistungssteigerung für das Spiel gegen Floorball Butzbach.

 

Steigerung ohne Wert

 

Nach einem Spiel Pause gingen die Mainzer mit neuer Motivation und Kraft in die Partie gegen Floorball Butzbach, die zuvor die TSG Erlensee mit 8:1 aus der Halle gefegt hatten. Neu eingestellt vom Trainerteam und mit einem weiteren Spieler sollte die Kraft in diesem Spiel reichen um wenigstens drei Punkte aus dem Heimspieltag mitnehmen zu können. Es war deutlich zu sehen, dass Floorball Mainz sich vorgenommen hatte, dem Spieltag eine positive Wendung zu geben. Im ersten Drittel waren beide Teams um die Kontrolle des Spiels bemüht, es gab starke Offensivaktionen auf beiden Seiten und im Gegensatz zum ersten Spiel gelang es den Mainzern, mit wenigen Fehlpässen und höherer Konzentration den Butzbachern auch defensiv Paroli zu bieten. Einzig ein durch den Zusammenstoß zweier Mainzer verursachter Ballverlust nach rund sieben Minuten ermöglichte den Butzbachern einen schnellen Abschluss zum Drittelstand von 0:1.

Man nahm sich vor, das Spiel aus dem ersten Drittel weiterhin so umzusetzen und noch eine Schippe draufzulegen. Doch schon 20 Sekunden nach Wiederanpfiff gelang dem Butzbacher Joschka Brücher, der mit drei erzielten Toren und einem Assist der Topscorer des Spiels werden sollte, das 0:2. Darauf folgte eine Druckphase des Gastes aus Hessen, die die Mainzer auch dank seines formstarken Torhüters Sebastian Zender ohne weiteres Gegentor überstehen konnte. Ein Angriff über die linke Seite konnte der vor dem Tor freistehende Spielertrainer Cornelius Burghof in der 21. Minute nutzen, um den Anschlusstreffer zum 1:2 zu erzielen. Die darauffolgenden Minuten waren durch starke Chancen für Mainz geprägt, Butzbach gelang es kaum noch, Entlastung zu finden. Dennoch konnten sie eine Unachtsamkeit der Mainzer Verteidigung nutzen, um aus einer harmlosen Szene am Spielfeldrand mit einem Drehschuss das 1:3 zu erzielen. Nur zwei Sekunden später klingelte es dann erneut im Kasten der Mainzer. Center Fabian Mieloch verlor den Bully nach dem Tor gegen den Butzbacher Kapitän Ole Ruppel, der sich durch die sichtlich verdutzte Mainzer Hintermannschaft tankte und den Ball in die Maschen trieb.

Im dritten Drittel konnte Mainz nach verhaltenem Beginn und einigen Ballverlusten für den erneuten Anschluss sorgen. Dem 2:4 durch Mathias Lenzen folgten einige hochkarätige Chancen auf Mainzer Seite, die aber allesamt nicht genutzt werden konnten, sodass es erneut Butzbach war, das sich mit dem 2:5 absetzen konnte. Zwei Minuten später konnte Steffen Pluta mit einem satten Schuss aus rund 10 Metern Entfernung zum 3:5 zwar den alten Rückstand wiederherstellen, doch aufgrund des strafbaren überharten Körpereinsatzes von Spielertrainer Cornelius Burghof in der 52. Minute und aufgrund einer Rangelei, die zur zwei Minutenstrafe für einen Butzbacher und wegen Unsportlichkeit zu einer persönlichen Strafe (10 Minuten) für David Trippler führten, konnte Mainz den Angriff auf den Ausgleich nicht mehr mit aller Kraft durchführen. Eine Minute vor Schluss gelang Stephan Diether zwar noch das 4:6, doch mit der Vervollständigung beider Mannschaften durch die bestraften Spieler fiel in der 60. Minute das Tor zum Endstand von 4:7 auf das leere Mainzer Tor.

 

 

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die Mainzer aus ihren Fehlern im ersten Spiel gelernt haben und die Unkonzentriertheit im zweiten Spiel größtenteils abstellen konnten. Aufgrund der miserablen Chancenverwertung in beiden Spielen und besserer Leistungen der Gegner konnte man im Endeffekt jedoch keinen der sechs Punkte in der heimischen Halle behalten. Der nächste Spieltag führt das Team von Cornelius Burghof den Rhein abwärts nach Bonn. Dort wartet neben dem Gastgeber der UC Marburger Elche. Dort hoffen die Mainzer auf einen versöhnlichen und würdevollen Abschluss der Rückrunde.

Für Mainz spielten:
Sebastian Zender (Torwart, 0 Tore / 0 Assists), Anja Burkhardt (Torwart 0/0), Maximilian Lüke (Kapitän, 0/0), Daniel Böhme (0/0), Fabian Mieloch (0/1), Stephan Diether (1/0), David Trippler (0/1, 10 Minuten), Steffen Pluta (1/0), Cornelius Burghof (1/2, 2 Minuten), Mathias Lenzen (1/0, 2 Minuten), Stefan Schonert (0/0), Patrick Pfanne (0/0), Wanja Woock (1/1), Kristian Schneider (1/0), Reto Hediger (1/0), Christoph Stapelfeldt (0/1),

Text: Christoph Stapelfeldt, alle Bilder: Stefan Trippler