Akute Torschusspanik kostet sechs Punkte

Floorball Mainz spielt in der Regionalliga West und macht sich da ganz gut
Sport in den Morgenstunden bleibt die Mainzer Schwäche - Gegen die SV Espenau Rangers wurden die erste beiden Drittel verschlafen
Floorball Mainz verpasst die Siege gegen Tollwut Ebersgöns und SV Espenau Rangers jeweils um nur ein Tor
Am Ende fehlte nur ein Tor-------------------- Bild: (c) Lian // Tollwut Ebersgöns

Im ersten Spiel des siebten Spieltags der Regionalliga West stand für uns das Spiel gegen die Tabellenvorletzten Espenau Rangers an. Das erste Mal war unser Neuzugang Patrick Pfanne #23 mit von der Partie und das gesamte Team war gespannt, was der Ludwigshafener zu bieten hat. Das Trainergespann Burghof-Mieloch entschied sich, angesichts der hohen Belastung durch zwei Spiele am Stück, für ein Drei-Block-System, um die Kraftreserven des Teams zu schonen.

 

Bereits im ersten Drittel dominierten wir das Spiel und hatten sehr viele Chancen, die leider allesamt nicht verwertet werden konnten. Stellenweise schlichen sich Fehler in unser Spielsystem, was den Espenauern einige Chancen ermöglichte. Nur unserer Nummer 9 im Tor, Sebastian Zender war es zu verdanken, dass es noch 0:0 stand. Nach einer 2-Minuten-Strafe (Hoher Stock) gegen Reccius #36 kassierten wir einen Gegentreffer in Unterzahl, kurz vor Ende des Drittels. Im zweiten Drittel schien die motivierende Pausenansprache des Trainergespanns Wirkung zu zeigen. Wir dominierten weiterhin das Spiel, während unser Spielsystem besser funktionierte. Leider ließ ein Tor von unserer Seite weiterhin auf sich warten, was sich ca. fünf Minuten vor Ende der zweiten Pause rächte. Gleich zwei Mal in kürzester Zeit konnten die Rangers unsere Nachlässigkeit für sich nutzen und ihre Führung ausbauen. Mit einem 0:3 begaben wir uns damit in die zweite Pause. Der Vorsatz nach der Unterbrechung war klar: Man wollte konzentrierter auf dem Feld sein und es sollte mindestens der Ausgleich her. Das Spiel weiterhin dominierend, erzielten wir in der 34. Minute dann endlich den ersehnten Ausgleichstreffer. Stürmer Steffen Pluta #21 hämmerte den Ball, aus dem linken Halbfeld mit einem Distanzschuss, in das Netz. Circa zwei Minuten später war es wieder Pluta, der den Rückstand auf 2:3 verkürzte. Nach einem Zuspiel in den Slot, von Woock #68, machte unser Topscorer seinem Spitznamen „Machine“ alle Ehre und ließ den Lochball gekonnt im gegnerischen Netz zappeln. Fünf Minuten vor Schluss war es dann Schneider #77, der den Ausgleich auf der Kelle hatte. Nach einem Zuckerpass von Kapitän Trippler #17 in den Slot, fehlte Schneider die gewisse Eiskaltigkeit, um seine bisherige Leistung zu belohnen und schoss die Plastikkugel knapp über den Winkel. Der Torfluch aus den ersten beiden Dritteln war scheinbar zurückgekehrt. Die beiden Spielertrainer entschieden sich nun auf zwei Blöcke umzustellen. Die Konzentration an erfahreneren Spielern in beiden Blöcken wurde so höher, wovon man sich eine höhere Torgefahr erhoffte. Zusätzlich spielten wir die letzten zwei Minuten offensiv ohne Goalie, um einen Feldspieler mehr zu nutzen. Doch auch dieser Griff in die Trickkiste brachte nicht den verdienten Treffer. Die Hupe ertönte beim Stand von 2:3 für die sichtlich erleichterten Rangers. Mann des Spiels war am Ende unser Goalie Zender, der mit tollen Paraden ein sehr starkes Spiel zeigte und eine höhere Niederlage verhinderte. Trotz der Niederlage wollte man die Motivation mit in das nächste Spiel nehmen.

 

Schon 30 Minuten später ging es für unsere Truppe weiter. Im Spiel gegen Tabellenführer und Gastgeber Tollwut Ebersgöns wollte man die Dominanz aus dem letzten Drittel hervorrufen. Keine leichte Aufgabe bei dem Getöse, welches die Heimfans von sich gaben. Doch unser Team ließ sich nicht beeinflussen und dominierte anfangs klar das Spiel. Bis zur achten Minute arbeitete man sich einige hochkarätige Chancen heraus, die bedauerlicherweise weiterhin nicht in Tore umgemünzt werden konnten. Die tollwütigen Gastgeber waren hingegen effizienter. Sie konnten einen Abpraller, nach einer Glanzparade von Goalie Zender, zum 1:0 Zwischenstand einschieben. Davon unbeeindruckt folgte unsere Retourkutsche circa drei Minuten später. Es war Spielertrainer Burghof, der sein Talent unter Beweis stellte und aus der Distanz mit einem Strahl zum Ausgleich einlochte. Wir fanden nun immer besser in das Spiel und konnten unser Spielsystem stabilisieren. Während beide Teams in Drittel eins eine gute Leistung zeigten, konnten wir uns zu Beginn des zweiten Drittels noch mal erheblich steigern und hatten das Spiel nun in der Hand. Der hohe Ballbesitz sollte in der 20. & 21. Minute gleich zwei Mal belohnt werden. In der 20. Minute erzielte Reccius #36 nach einem Zuspiel des Kapitäns den Führungstreffer. Danach war es unser Neuzugang Pfanne, der seine Stürmerqualitäten bewies und nach einem Zuspiel von Woock zum 1:3 traf. Beglückt von seinem ersten Treffer im Mainzer Dress, war auch die Mannschaft nun höchst euphorisch aufgrund des Zwischenstandes. Die Konzentration musste der Euphorie weichen, was 30 Sekunden später durch den 2:3-Anschlusstreffer von Ebersgöns gleich quittiert wurde. In den nächsten Minuten konnte Zender durch mehrere Glanzparaden den Zwischenstand sichern. In der 28. Minute gab es dann für den Ebersgönser Herrmann eine 2-Minuten-Strafe (Stoßen) nach einem Vergehen. Fatalerweise bauten wir die Führung nicht aus und so begab man sich zum 2:3-Zwischenstand in die letzte Pause. Im dritten Drittel angekommen, wurde das Spiel, welches von Beginn an eine ordentliche Härte hatte, jetzt körperlich noch betonter. So kam es mehrmals vor, dass Spieler sich nach einem Aufeinandertreffen außerhalb des Spielfelds vorfinden konnten. Doch gerade unserer Nummer 17 liegt diese Spielweise, was uns in der nächsten wichtigen Szene extrem half. Nach einer Balleroberung in der 35. Minute schien der Ball regelrecht an Tripplers Kelle zu kleben, während er sich durch die gegnerischen Reihen kämpfte. In der Gefahrenzone angekommen spielte er dann den tödlichen Pass zu Spielertrainer Mieloch #10, der den Ball gekonnt im Tor unterbrachte. Doch der Jubel wurde bereits eine Minute später durch das 3:4 von Ebersgöns unterbrochen. Nach einem Abwehrfehler war Goalie Zender machtlos, als der Gegner einnetzte. In den nachfolgenden Minuten legten beide Mannschaften noch eine Schippe an Härte drauf, was es den Schiedsrichtern aus Kassel nicht gerade leicht machte das Spiel unter Kontrolle zu halten. Die Ebersgönser Fans forderten nun lautstark von ihrer Mannschaft den Ausgleich, welchen sie in der 42. Spielminute erhalten sollten. Obwohl wir alles versuchten den Sieg noch mit nach Mainz zu nehmen trafen die Tollwütigen 26 Sekunden vor Schluss noch zum 5:4-Endstand. Der Frust saß tief und es dauerte einige Zeit, bis sich alle wieder gesammelt hatten und den Weg ins gelobte Mainz antreten konnten.

 

Leider haben wir aus Ebersgöns keinen Punkt mitgenommen und mit insgesamt neun Punkten haben wir nun vier Punkte Abstand auf den begehrten dritten Platz, der uns für die Final-Playoffs qualifizieren würde. Doch der Spieltag hat gezeigt, dass die Mannschaft hart trainiert und sich enorm verbessert hat. Man muss lediglich an der Konzentration und der Kaltschnäuzigkeit arbeiten, dann sind die 18 möglichen Punkte aus den letzten sechs Spielen keine Utopie. Die Mannschaft darf den Kopf nicht hängen lassen, sie hat heute gezeigt was in ihr steckt!

 

-Weiter geht es am 05. März mit dem Spieltag in Mainz ab 10 Uhr-

Für Mainz spielten:

 

Sebastian Zender (Tor, 0 Tore / 0 Assists), Anja Burkhardt (Tor, 0/0), Cornelius Burghof (1/0), Fabian Mieloch (1/0), David Trippler (Kapitän, 0/2), Alexandra Zadilska (0/0), Daniel Böhme (0/0), Kristian Schneider (0/0), Patrick Pfanne (1/0), Stefan Reccius (1/0, 4 Minuten), Reto Hediger (0/0), Stefan Schonert (0/0), Stefan Böhme (0/0), Steffen Pluta (2/0), Christoph Stapelfeldt (0/0), Wanja Woock (0/3), Yannick Schneider (Betreuer)